Nachhaltigkeit

Statement/Standpunkt für die Dialogkonferenz
 „Wirtschaftsstandort Österreich“

Nachhaltigkeit – Eine neue Sicht, ein neues Sehen, neue Blicke für die Wertigkeit

Nachhaltigkeit heißt schon lange mehr, als nur jene Bäume zu fällen die jährlich nachwachsen.

„Für mich bedeutet Nachhaltigkeit in Kreisläufen zu denken und den Menschen in das Zentrum von Material-, Produkt-, und Lebenskreislauf zu stellen.“

Ein Erfolg ist jedoch nur dann garantiert, wenn Politik, Wissenschaft, Forschung, Marketing und ANWENDER zusammenwirken und Interessenskollisionen durch sinnvolle Lösungen vermieden werden.

Genau in diesem Zusammenwirken bzw. im Zusammenspiel zwischen THEORIE und PRAXIS liegt meiner Meinung nach zur Zeit die Last der Nachhaltigkeit.
Könnte man es nur nachhaltig aus den Büchern (alleine in den letzten Monaten sind über 2000 Seiten zum Thema Nachhaltigkeit im deutschsprachigen Raum erschienen) in die Köpfe der Verantwortlichen und der Bürger bringen.

Die Mauer zwischen THEORIE und PRAXIS wird immer massiver und unüberwindbarer, da mit heutiger Sichtweise (z.b.: Dienstleistung) vieles nicht finanzierbar ist.

Früher war das bewusste Handeln um das Erbe vom Vater an die Nachkommen weiterzugeben für jeden selbstverständlich. Aber was ist mit den abstrakten Rechten der heutigen und kommender Generationen wie Gewinnoptimierung, shareholder value, Eigennutz, Geldgier, Macht, Lieblosigkeit usw. Noch scheint es, als gäbe es keinen Weg und viele Steine. Nur eines steht für mich auch fest: So, wie wir jetzt leben, geht es nicht weiter. Wir brauchen eine neue Sicht, ein neues Sehen, neue Blicke für die Wertigkeit!

Nachhaltigkeit – Eine neue Sicht, ein neues Sehen, neue Blicke für die Wertigkeit

Der Mensch und die Natur müssen jenseits ihrer Nützlichkeit neue Wertmaßstäbe bekommen, das Prinzip der Ressourcenschonung und der Erhalt des Eigenwertes der Natur müssen gleichberechtigt neben unserem Wohlstandsdenken stehen.
Auch die Wertigkeit von Kapital benötigt eine neue Sicht der Dinge.

Doch dazu fehlen uns verbindliche Maßzahlen, regelrechte Umweltindikatoren, mit denen man auch Schäden messen, und aus denen man auch Ziele ableiten kann. Dazu benötigt es auch ein Label für das gute Gewissen!

Nachfolgend möchte ich anhand einiger Beispiele von Faktor8 aufzeigen, wie eine neue Sicht der Wertigkeiten aussehen kann:

  • Wertigkeit des Menschen (soziale Nachhaltigkeit)
    • Lehrlingsausbildung
      Faktor8 hat sich durch die eigene Entwicklung eines neuen Lehrlingsaus-bildungs-Konzeptes eine nachhaltige Ausbildungslinie erarbeitet, um der Jugend einen fruchtbaren Boden sowohl in fachlicher Richtung, als auch in Persönlichkeitsbildung bieten zu können.
      Die Entwicklungskosten belaufen sich bis heute auf ca. € 15.000.--
    • Generationen übergreifendes Handeln
  • Wertigkeit der Natur
    • Was ist uns die Natur wert?
      Geben wir heute 10 € aus und investieren langfristig ohne Schäden oder geben wir heute 7 € aus und in ein paar Jahren nochmals 7 € für die Reparatur?
    • Pflegefibel
      Mit der Pflegefibel trägt Faktor8 in Kooperation mit der Firma ENJO, Altach dazu bei, dass unsere Umwelt von dem übermäßigen Gebrauch von Umweltgiften in Form von Reinigungsmitteln entlastet wird.
  • Wertigkeit unserer Ressourcen
    • Sanieren – der Weg von der Wegwerfgesellschaft zur Werterhaltungsgesellschaft
      Werterhaltung macht Sinn. Wer sich mit dem Thema Sanieren – oder besser „Erhalten alter Bausubstanz“ – beschäftigt: weiß, wie viel Einsatz es kostet, aber auch was dabei an Werten, überliefertem Wissen, Heimatverbundenheit, Vertrautheit, Wohlfühlen, Bodenständigkeit zurückkommt.
  • Wertigkeit des Kapitals
    An einem Beispiel Kapital kann der Konflikt mit der Nachhaltigkeit erläutert werden. Es kann nicht angehen, dass der Wohlstand einer Nation durch das Bruttosozialprodukt gemessen wird, das sich erhöht, wenn Umweltschäden repariert worden sind.
    Ein solcher Leitindikator (Bruttosozialprodukt), mit dem wir unsere Tüchtigkeit bestätigen lassen wollen, führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu langfristig sehr kostspieligen Fehlentscheidungen.

Ich hoffe, dass durch solche Veranstaltungen viel fruchtbarer Boden in unserem Land entstehen kann und sehen wir heute nicht die Steine im Acker, sondern die Frucht die entsteht. In diesem Sinne:

Nachhaltigkeit – Eine neue Sicht, ein neues Sehen, neue Blicke für die Wertigkeit



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